Unsere Region kann auf die einzigartige Tradition der Westpfälzer Wandermusikanten zurückblicken. Das Projekt „Westpfälzer Musikantenland” mit seinem Musikantenlandbüro machte die Bürgerinnen und Bürger vor Ort auf dieses regionale Erbe aufmerksam. Das Musikantenlandbüro hat dazu in der Vergangenheit viele Veranstaltungen und Projekte mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt. Ziel des Projekts war, dass sich die Wandermusikantentradition und die aus ihr abgeleitete Musikantenlandidee im gesellschaftlichen und individuellen Leben als Musikantenlandkultur zeigt. Dabei bieten die Museen zur Geschichte der Pfälzer Musikanten auf der Burg Lichtenberg und in Mackenbach, ebenso wie die baulichen Spuren der Wandermusikanten wichtige Anknüpfungspunkte. Im Rahmen des Projekts wurden viele Vereine, Kulturschaffende und passionierte Einwohnerinnen und Einwohner gewonnen, die gemeinsam durch lokale Aktionen die Zukunft der Region – auch über den kulturellen Bereich hinaus – aktiv mitgestalteten.
Alle durchgeführten Projekte des Musikantenlandes hatten das Wandermusikantenerbe zum Thema. Primäre Aufgabe war es nicht, möglichst viele Veranstaltungen umzusetzen. Vielmehr ging es darum, die vielfältigen aktuellen Ansatzpunkte der Musikantengeschichte offenzulegen und in Beteiligungsprozessen mit den Menschen vor Ort Kommunikationsanlässe zu stiften. Die Veranstaltungen selbst sind sichtbare (vorläufige) Höhepunkte der Projektarbeit. Die nachhaltigen Effekte werden nur mittelbar erfahr- und sichtbar, zum Beispiel über das Zustandekommen neuer Interessengemeinschaften und lokaler Initiativen, die aus einzelnen Veranstaltungen oder Projekten hervorgegangen sind.
Exemplarische Projekte und Veranstaltungen
Die Veranstaltung "Brücken schlagen" diente der verstärkten Vernetzung einzelner Akteure und der Belebung der lokalen (Musik-)Kultur. Im Rahmen der Veranstaltung gab die Pianistin Sachiko Furuhata aus Japan am 07.08.2022 in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg ein Konzert.
Als Zugabe spielte Furuhata eine Eigenkomposition aus dem Wandermusikantenkontext und wird diese ebenfalls in der Kombiveranstaltung in der japanischen Partnerprovinz von Rheinland-Pfalz spielen. Sie hat in ihrer Moderation über die Wandermusikanten, die bis Japan gereist sind, berichtet und so Brücken geschlagen. Frau Furuhata war durch ihre regionale Vernetzung eine sehr gute Botschafterin für das TRAFO-Projekt "Westpfälzer Musikantenland".
Weitere Informationen zu Frau Furuhata finden Sie unter unseren regionalen Akteuren und Allianzen oder auf ihrer Homepage: https://sachiko-piano.de/
Am Donnerstag, den 20. April 2023, führte das Musikantenlandbüro das vierte Erzählcafé im Mehrgenerationenhaus in Kusel durch. Anlässlich des Café Miteinander erzählte Brigitte Schirra von ihrem Schwiegervater, der als Wandermusikant seinen Lebensunterhalt verdiente. Auf seinen Reisen kam Karl Schirra bis nach Amerika, wo er unter anderem auch als Zirkusmusikant tätig war.
Begleitet wurde das Erzählcafé von einer Wanderausstellung mit Bildmaterial aus der Zeit der Wandermusikanten.

Am Donnerstag, den 14. Juli 2022, führte das Musikantenlandbüro das dritte Erzählcafé im Mehrgenerationenhaus in Kusel durch. Anlässlich des Café Miteinander führte Horst Molter eine kleine Arbeitsdemonstration in Sachen Instrumentenbau vor und berichtete von seinen vielfältigen Erlebnissen im Zuge seiner Instrumentenbau Tätigkeit in New York. Zwischen den Erzählungen sorgte Horst Molter am Klavier, zusammen mit seiner Begleitung an der Geige, mit einigen Musikstücken für die passende Stimmung.
Am Donnerstag, den 17. Februar führte das Musikantenlandbüro das zweite Erzählcafé im Mehrgenerationenhaus in Kusel durch. Unter der Moderation von Petra Rübel konnten sich die Besucher über das Thema „Wandermusikanten“ informieren und waren zugleich eingeladen auch ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Wir bedanken uns bei Frau Rübel für den spannenden Fachbeitrag sowie dem Mehrgenerationenhaus und dessen Besucher für diesen schönen Nachmittag.
Am Donnerstag, den 18. November führte das Musikantenlandbüro das erste Erzählcafé im ZOAR Alten- und Pflegeheim in Kusel durch. Unter der Moderation von Paul Engel konnten sich die HeimbewohnerInnen über das Thema „Wandermusikanten“ informieren und waren zugleich eingeladen auch ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Wir bedanken uns bei Herrn Engel für den spannenden Fachbeitrag sowie dem Alten- und Pflegeheim ZOAR in Kusel unter der Leitung von Frau Kunz für diesen schönen Nachmittag und den gelungenen Auftakt der Erzählcafés.
Das Format soll auch über 2025 hinaus im zweijährigen Turnus ausgeführt werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie beim IPGV unter 0631/3647303 oder per E-Mail unter info@institut.bv-pfalz.de
Am Sonntag, dem 10. Oktober fand in Brücken auf dem Platz neben dem Diamantenschleifermuseum der erste Instrumentenflohmarkt unter der Schirmherrschaft von Landrat Otto Rubly statt. Bei schönem Wetter konnten die BesucherInnen die in den Wochen zuvor gespendeten Instrumente und Notenmaterialien sichten, ausprobieren und gegen eine Spende erwerben. Neben Keyboards, Akkordeons, Saiten-, Blas- und Rhythmus-Instrumenten wurden auch einige Raritäten wie eine Teufelsgeige zum Erwerb angeboten. Neben der nicht ganz ernst gemeinten Versteigerung des letzten Kürbis-Käse-Kuchens, bot die Veranstaltung vor allem ein breit gefächertes musikalisches und sportliches Programm für Jung und Alt, das von großem Engagement getragen wurde. Alle (Musik-)Gruppen verzichteten bei dieser Aktion zu Gunsten des guten Zwecks auf Ihre Gage. Die bei der Veranstaltung gesammelten Geldspenden in Höhe von 2.400€ werden je zur Hälfte für den Wiederaufbau des Kindergartens in Mayschoß an der Ahr und für eine Corona-Impfaktion an der Schule der Brücker Missionars Karl Schaarschmidt in Nairobi weitergegeben.
Die Kreissparkasse Kusel und die Volksbank Glan-Münchweiler unterstützen die Aktion großzügig, indem sie die Kosten für interessierte Kinder für das erste Jahr Musikunterricht bei einer der teilnehmenden Musikschulen übernehmen: Musikschule Kuseler Musikantenland, Musikschule Bösshar oder Musikschule Fröhlich.
Die Aktion wurde in Zusammenarbeit von der Sonja+Bernhard-Bauer Stiftung, dem TRAFO-Projekt „Westpfälzer Musikantenland“ und dem Familienbeauftragten des Kreises, Johannes Huber, durchgeführt.
Wir bedanken uns bei allen Akteuren für einen gelungenen Tag und bei den zahlreichen BesucherInnen für den großen Erfolg der Benefiz-Veranstaltung! 
Im Rahmen des Ethno Germany Camps 2023 wurde vom Musikantenlandbüro ein interkulturelles Speeddating zu verschiedenen ausgewählten Themen (z.B. die Rolle der Frau in der Musikbranche) geplant. Die Veranstaltung ermöglichte einen persönlichen Austausch zwischen den anwesenden Personen und war auch für Interessierte außerhalb des Ethno Camps zugänglich.
Als Musikantenlanddorf kann sich eine Dorfgemeinschaft bezeichnen, die sich durch ein reges Dorfleben und ein aktives Kulturleben auszeichnet. Dabei hat sich die Dorfgemeinschaft auf „die Fahne“ geschrieben, Teil des Westpfälzer Musikantenlandes zu sein. Kulturschaffende etablierten gemeinsam mit den Einwohnern und EInwohnerinnen vor Ort eine lebendige Musikantenlandkultur, die sich an Werten wie z.B. Toleranz und Weltoffenheit orientiert.
Im Rahmen eines klar definierten und strukturierten Bewerbungsprozesses wurden sieben Gemeinden der Landkreise Kusel und Kaiserslautern im Teilprojekt Musikantenlanddorf durch das Musikantenlandbüro gefördert, nämlich Niederkirchen, Brücken, Enkenbach-Alsenborn, Jettenbach, Reichenbach-Steegen, Herschweiler-Pettersheim und Eßweiler. Ziel der Förderung waren die Stärkung der Dorfgemeinschaft durch die gemeinsamen Aktivitäten, eine Steigerung der Lebensqualität durch die kulturellen Angebote, sowie die Kultivierung eines engeren Zusammenhalts der Gemeinschaft. Last but not least trug die Förderung zur Steigerung der Attraktivität und Außenwahrnehmung der Ortsgemeidne bei, etwa durch Berichterstattung.Dafür brauchte es ein aktives Team in einer Ortsgemeinde, das Interesse an einer nachhaltigen Dorfentwicklung im Kulturbereich zeigte. Dieses Team sollte mit Hilfe des Musikantenlandbüros die Dorfgemeinschaft mobilisieren, um das Dorf gemeinsam zum Musikantenlanddorf zu gestalten. Mit den Aktiven und Interessierten wurden dann konkrete Ideen entwickelt und gemeinsam umgesetzt. Hier finden Sie nähere Informationen zum Prozess, den Musikantenlanddörfern und ihrer Projekte
Auch 2024 und 2025 konnte der Musikantenlandtag mit seinem attraktiven und vielseitigen Programm Junge und Junggebliebene begeistern. Die Musikantenlandtage waren eine dezentrale Veranstaltungsreihe des Projekts „Westpfälzer Musikantenland“ in Zusammenarbeit mit etlichen regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern und -partnerinnen. Hier finden Sie die Programmflyer der Musikantenladtage, sowie einige Impressionen.
Flyer Musikantenlandtage 2023 Flyer Musikantenlandtag 2024 Flyer Musikantenlandtag 2025



Escape Room: Zur Ansprache der jüngeren Generationen und zur indirekten Vermittlung von Wissen zum Wandermusikantentum wurde im Horst-Eckel-Haus in Kusel ein Escape Room eingerichtet und auch anderen interessierten Gruppen zugänglich gemacht. Die BBS Kusel hat in diesem Projekt die Konzeption des Escape Rooms übernommen. Die einzelnen Berufsrichtungen der BBS beteiligten sich durch das Erstellen einer Aufgabe als Teil des Gesamträtsels. Das Musikantenlandbüro unterstützte bei der Stellung des Umnutzungsantrags bei der zuständigen Aufsichtsbehörde.
Museumskoffer und Kamishibai: Um vor allem Kinder und Jugendliche in Kita und Schule, aber auch außerhalb eines schulischen Kontexts anzusprechen, baute das Musikantenlandbüro seine Vermittlungsangebote im Jahr 2023 über den Museumskoffer, das Kamishibai und spezielle Workshops weiter aus. Der Museumskoffer bietet Lehrkräften die Möglichkeit, die Thematik der „Westpfälzer Wandermusikanten“ spielerisch in ihren Unterricht einzubinden. Anhand eines Multiple Choice Quiz werden viele verschiedene Themenfelder rund um das Wandermusikantentum betrachtet. Um das Thema Wandermusikantentum auch in Schulen und Vorschulgruppen von Kindergärten zu verorten, wurden Bildkarten für ein Kamishibai Erzähltheater entworfen. Zu den Bildkarten gibt es eine methodische Aufarbeitung sowie Lehrermaterial, um die Handhabung im Unterricht zu erleichtern. Museumskoffer und Kamishibai können bei der Museumsdirektion des Musikantenlandmuseums auf der Burg Lichtenberg ausgeliehen werden. Die Bildkarten des Kamishibai können darüber hinaus auf unserer Homepage heruntergeladen werden.
Graffiti-Workshop: Durch ehrenamtliches Engagement - bei Materialkostenübernahme - gestaltete ein lokaler Graffitikünstler einen an unserem Thema orientierten Graffitiworkshop für Jugendliche. Es folgten halbjährliche Workshops für Jugendliche, deren Motivik mit dem Thema Musik/Wandermusikanten korreliert. Daraus ergab sich eine 'Patenschaft' für die gestaltete Fläche, die dadurch aufgewertet wurde und voraussichtlich von Frustschmierereien verschont bleibt. Die gut sichtbare Wand fungiert gleichzeitig als 'Werbefläche' für das Projekt und trägt zur Öffentlichkeitsarbeit bei.
School Rocks for Summer: Der Beauftragte für Bildung und junge Familien des Landkreises Kusel initiierte in Kooperation mit dem TRAFO-Projekt ein gemeinsames Konzert der Schulbands, Chöre und Musik-AGs sowie weiteren musikalischen Angeboten der weiterführenden Schulen des Landkreises Kusel. Das Konzert fand in den Jahren 2023, 2024 und 2025 statt, und zwar immer in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien.
Im Rahmen des TRAFO-Projekts „Westpfälzer Musikantenland“ fand vom 16. bis 20. September ein Mit-Mach-Zirkus am Ohmbachsee statt. Die Tradition der Wandermusikanten ist eng mit dem Zirkus verbunden. In der Welt der Manege konnten auch Musiker ihr Einkommen finden. Eigens zusammengestellte Orchester sorgten für die musikalische Untermalung der Programmpunkte und den akustischen Spannungsbogen bei artistischen Darbietungen. Die Landkreise Kusel und Kaiserslautern luden daher vom 16. bis 20.09. zum singenden, klingenden Zirkuszelt an den Ohmbachsee ein. An fünf Tagen gab es die Möglichkeit, aktiv in die Welt der Manege einzutauchen:
Endlich schauspielern, Grenzen austesten und zusammen eine Zirkustruppe werden? Das alles und noch einiges mehr konnten Interessierte ab 6 Jahren unter professioneller Anleitung ausprobieren und einüben. Das Team des „Circus Rambazotti“ setzt sich aus ZirkuspädagogInnen, ArtistInnen, MusikpädagogInnen, TheaterpädagogInnen und TänzerInnen zusammen. Nach drei Kursnachmittagen und einer Generalprobe war der krönende Abschluss des Projekts die gemeinsam erarbeitete Vorführung, die am Sonntagnachmittag Familienangehörigen und Freunden präsentiert wurde.
Als weitere Höhepunkte im Rahmen des Projekts gab das jugendliche Rambazotti-Profi-Ensemble vier Vorstellungen für Jung und Alt. Die Akteure verzauberten mit einem Vertikaltuch Duo, dynamischer Akrobatik auf Mülltonnen, Laufkugelpoesie, Trapezartistik, einer romantischen Clownsnummer, Diabolo-Jonglage, und vielen weiteren Attraktionen.
Zusätzlich wurde für interessierte Jugendliche ab 14 Jahren am Samstag, den 18.09. zwischen 15:00 und 18:00 Uhr ein Graffiti-Workshop angeboten. Zwei erfahrene Sprayer führten in Grundtechniken ein oder gaben für Fortgeschrittene Tipps zur Stilfindung. Die entstandenen Arbeiten wurden auch am Sonntag, den 19.09. noch vor Ort präsentiert, um sie im Rahmen des Tages der Vereine einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Alle Zirkusangebote waren dabei für die TeilnehmerInnen kostenfrei.
Zur musikalischen Bereicherung trug neben dem Musikverein Hauptstuhl (Sonntag ab 18:00 Uhr) und weiteren lokalen Musikgruppen das Chorkonzert: „Zerbrechliche Erde Island-Wegweiser durch die fragile Schöpfung“ unter der Federführung von Kreiskantor Roland Lißmann am Donnerstag den 16.09. um 19:30 Uhr bei.
Begleitet wurde das Zirkus-Projekt von einer Ausstellung zum Thema Westpfälzer Zirkusmusikanten.
Gemeinsam mit dem Kultur- und Heimatverein (KuH) Sand wurde am Sonntag, den 19.09. in unmittelbarer räumlicher Nähe der Tag der Vereine am Ohmbachsee ausgerichtet, der eine weitere Attraktion darstellte. 

Am Samstag, den 23.04. wurde ein Workshop für interessierte Profis und Laien durch ein Mitglied der Musikgruppe "Shaian" angeboten, dessen Ergebnisse als Konzertauftakt präsentiert wurden. Die Weltmusikband Shaian und das Berlin Boom Orchestra füllten im Anschluss das musikalische Programm. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Kontaktstelle Holler und der Band Shaian sowie mit Mitgliedern der Antirassismus AG des Gymnasiums Kusel geplant. Zudem wurden weitere Organisationen involviert, wie beispielsweise die IKOKU und das Mehrgenerationenhaus Kusel. Somit zahlte das Projekt auch auf die Absicht ein, lokale Akteure verstärkt zu vernetzen. Gefördert wurde diese Veranstaltung auch von der Partnerschaft für Demokratie Kusel und deren vom Bund geförderten Programm "Demokratie leben!".


Anders gelagert ist der Fall des Kindermusikwegs am Potzberg, dessen Konzept auf die Idee des damaligen ersten Beigeordneten und heutigen Landrats Johannes Huber zurückgeht. Das Musikantenlandbüro und die Berufsbildende Schule Kusel nahmen sich der Idee an und konnten im Laufe der Zeit auch Kindertagesstätten aus der Region dazu ermutigen, Beiträge für die einzelnen, klangvollen Stationen des Kindermusikwegs zu basteln.

